Der Dover Street Market demonstriert eindrucksvoll, wie einzigartig luxuriöse Einkaufsstätten sein können. Letztlich ist jede Art von Design eine Kunstform. Eine Einsicht, die nur selten so konsequent gelebt wird, wie in der Dover Street. Was macht sie so besonders?

Rei Kawakubo war bereits Chefdesignerin bei Comme des Garçons, als ihr eine revolutionäre Idee kam: Warum nicht den Zauber eines Marktes mit außergewöhnlichen Modeschöpfungen und einer Kunstgalerie kombinieren? Sicher mag es Orte geben, an denen man all diese Dinge findet. Sie in einem einzigen Projekt zu kombinieren, ist hingegen alles außer alltäglich. Ein ehrgeiziges Projekt war geboren. 2004 gelang es im Londoner Stadtteil Mayfair zur Verwirklichung.

Wo Kunst auf Shoppen trifft

Kawakubos Idee zeigte Früchte: Heute steht der Name Dover Street für eine der außergewöhnlichsten (und erfolgreichsten!) Boutiquen auf dem Planeten. Da verwundert es nicht, dass man hier neben der britischen Prominenz Gäste aus aller Welt antrifft. Die Kollektionen von Schöpfern wie Alaïa oder Saint Laurent sind dabei das Tüpfelchen auf dem I. Selbstredend ist auch Comme des Garçons in der Dover Street vertreten.

Dass es anfangs nicht einfach war, Investoren von einem andersartigen Konzept zu überzeugen, versteht sich von selbst. Spätestens, als die kreative Japanerin Topmarken wie Alexander McQueen ins Haus holte (mit der Aufforderung, sich dort nach Herzenslust auszutoben), stand die Elite der Kunst- und Modewelt geschlossen hinter ihr. Und schließlich auch die Geschäftswelt.

Luxus-Shopping auf verspieltem Boden

Wer den Dover Street Market betritt, dürfte aus dem Staunen nicht herauskommen. Hier reihen sich bunte Tipis neben verfallene Wellblechhüten, nur um schließlich den Blick auf die neuesten Schöpfungen von Designern wie Givenchy zu lenken. Wer die Kasse sucht, findet sie in einem kunstvoll gestalteten Stall. Allergiker können beruhigt sein: Auf vierbeinige Stallbewohner wurde verzichtet. Dem besonderen Flair tut dies keinen Abbruch. Insgesamt erstreckt sich die Verkaufsfläche auf sieben Etagen. Dabei durfte jeder Hersteller seinen Bereich nach Lust und Laune gestalten. Damit ist die Dover Street die verspielteste Markthalle der Welt.

Da so viel Shoppingfreude hungrig machen kann, wurde in der vierten Etage das liebevoll gestaltetes „Rose Café“ untergebracht. Hier gibt es köstliche Kuchen und vegetarische Speisen. Wie es sich für London ziemt, wird dazu Tee gereicht.