Stellen Sie sich vor, Sie würden in Deutschland nach der nächsten Mercedes-Niederlassung fragen, um dann zum Opel-Händler geschickt zu werden. Was zugegeben etwas befremdlich wäre, zählt im Land des Lächelns zum Alltag. Zumindest, soweit es die Ginza betrifft. Der stilvolle Boulevard ist so beeindruckend, dass die Bevölkerung die Einkaufsstraßen im ganzen Land nach ihr benannte. Wenn das kein Grund ist, das Original zu besuchen.

Alles begann mit Liebespaaren

Einst war die Ginza eine beliebte Flaniermeile. Hier trafen sich Verliebte, um gemeinsam durch die Straßen zu schlendern. Was lag da näher, als ihnen die passenden Geschäfte zu bieten? Zumal die Ginza eine ruhmreiche Geschichte als Produktionsort für Silbermünzen vorweisen konnte. Der luxuriöse Charakter ist geblieben. Nur, dass es heute Marken wie Louis Vuitton oder Gucci sind, die den Ort seinen Glanz verleihen.

Alles, was das Herz begehrt

Man sagt der japanischen Bevölkerung eine gewisse Flexibilität nach. Dies zeigt sich auch in der Ginza. So erlebt sie unter der Woche regen Straßenverkehr, während sie am Wochenende zur Fußgängerzone verwandelt wird. Wo zuvor noch Autos fuhren, werden dann Liegestühle und Sonnenschirme aufgebaut. Wer zu dieser Zeit den Ort besucht, findet ein El Dorado an Vergnügungsmöglichkeiten vor. Neben edlen Ladengeschäften und Kaufhäusern beinhaltet dies hervorragende Restaurants, Kinos sowie einen riesigen Apple Store. Als reizvoller Kontrast fungieren die Theaterhäuser, in denen die japanische Schauspielkunst gepflegt wird. Auch die Kunstgalerien und Museen sind einen Besuch wert.

Am Ende eines langen Tages bleibt die Erkenntnis, wie vielfältig Kunst sein kann. Sie reicht von der antiken Vase zum fantasievoll gestalteten Kleidungsstück eines neuzeitlichen Designers. Eine Erkenntnis, die nur an wenigen Orten so eindrucksvoll vermittelt wird, wie in Tokyos berühmter Einkaufsmeile.