Fortnum & Mason ist ein klangvoller Name in Großbritannien und der Welt der Luxusgüter. Doch die Anfänge dieser Erfolgsgeschichte liegen nicht in der Piccadilly Street 181, wo William Fortnum schon 1707 die Grundlagen für den heutigen Welterfolg legte. Den ersten Blick auf unfassbaren Luxus machte der junge William Fortnum, als er im Haushalt der damaligen englischen Königin Anne Diener war. Dass der junge Mann von diesem Erlebnis nicht gänzlich unbeeindruckt blieb, belegt die Geschichte.

Was Kerzenstummel mit einem Luxuskaufhaus zu tun haben

Wer sich ein Ziel setzt, lässt sich auch bei suboptimalen Bedingungen nicht davon abbringen. Sein erstes eigenes Geld verdiente sich Fortnum mit dem Verkauf abgebrannter Palastkerzen-Stummel an Londoner, die sich damals keine Wachskerzen leisten konnten. Als das Kapital reichte, eröffnete Fortnum einen Lebensmittelladen. Der Einstieg seines Freundes Hugh Mason legte weitere Grundsteine. Aus diesen konnten die Enkel beider später das Luxuskaufhaus Fortnum & Mason entwickeln. Schon im viktorianischen Zeitalter verstanden Fortnum und Mason es, die Bedürfnisse der Menschen durch neuartige kulinarische Köstlichkeiten zu erfüllen.

Die Erfindung von „Scotch Eggs“ oder „Baked Beans“ geht auf das Konto der erfinderischen Geschäftsinhaber. Durch steigende Geschäftserfolge auf den Geschmack gekommen, erweiterten die beiden Schlaufüchse ihr Geschäft um Kleidung, Düfte oder Küchenartikel. Anno 1931 eröffnete Fortnum & Mason die ersten Filialgeschäfte. Der Weg zum Luxuskaufhaus ergab sich fast zwangsläufig. Heute kommt kein England-Fan an diesem Nobelkaufhaus vorbei. Wer britische Lebensart kennenlernen möchte, besucht neben dem Tea-Room auch die wunderschön eingerichteten Verkaufsräume von Fortnum & Mason. Die Adresse des Luxuskaufhauses gilt als exklusiv. Ihr Ruhm reicht fast an die Berühmtheit des Buckingham Palastes heran.

London, UK – July 26, 2011: Doorman in front of Fortnum and Mason department store on July 26, 2011 in London, UK

The very Britishness – verkörpert von Fortnum & Mason

Es hat schon etwas Verwegenes, entsorgte Kerzenstummel aus dem königlichen Haushalt zu verkaufen und damit ein Luxuskaufhaus zu begründen. So eine skurrile Geschichte kann es nur in Großbritannien geben. Die Londoner lieben ihr Traditions-Kaufhaus. In diesem soll schon Schriftsteller Charles Dickens Schinken gekauft haben. Bei köstlichen Lebensmitteln, die heute anderthalb Kaufhaus-Geschosse füllen, ist es bekanntlich nicht geblieben.

Das Angebot von Fortnum & Mason ist wahrhaft königlich. Es ist jedoch auch unverkennbar britisch zu nennen. Vom Luxus-Picknickkorb über das echtsilberne Teeservice bis zu edlen Havanna-Zigarren, wie die britische High Society sie schätzt, ist britischer Lebensstil pur geboten. Wer sich einen mit Hummer, Kaviar und teurem Champagner gefüllten „Humper“ als Luxus-Picknickkorb von Fortnum & Mason für 25.000 britische Pfund leisten kann, hat es wahrhaft geschafft in der britischen Gesellschaft.