Harrods ist eine Legende und für viele Touristen der „place to be“. Dabei gibt es gleich um die Ecke mit Harvey Nicholls ein ebenso sehenswertes Luxus-Kaufhaus, wo weniger Rummel herrscht. Wir sind zu Gast in Knightsbridge, einem vornehmen Londoner Viertel, in dem Luxus Standard ist.

Edles vom ersten bis zum siebten Stock

Bei Harrods stehen London-Besucher staunend vor einem der 70 Schaufenster. Die Passanten können durch elf von Pagen bewachte Eingänge der Verführung erliegen, hier zu shoppen. Wäre Harrods nicht so englisch, könnte man die Dimensionen dieses Shoppingtempels amerikanisch nennen. Auf 90.000 Quadratmetern breiten sich kleine Shops mit Edelmarken aus. Die Gourmetabteilung befriedigt auch den anspruchsvollsten Gast mit exotischen Genüssen. Selbstverständlich darf vor dem Kauf gekostet werden. Harrods ist mehr als ein Luxuskaufhaus. Es ist ein unfassbar gigantisches Shopping-Universum, ein Anachronismus und eine britische Sehenswürdigkeit. Harrods liefert den schlagenden Beweis, dass selbst Internet-Kauferlebnisse einen bleibenden Eindruck hinterlassen können. Deswegen geht Harrods mit der Zeit. Das legendäre Kaufhaus betreibt eine eigene Webseite. Steigerbarer Umsatz ist den heutigen Besitzern, der Qatar Holding, immer willkommen.

Harrods sollte jeder gesehen haben!

Da Harrods-Kunden aus aller Welt anreisen, ist das Sprachgemisch babylonisch. Zu den wichtigsten Käufern gehören neben Asiaten die Russen. Das 1836 gegründete Luxuskaufhaus hatte zunächst ein höchst überschaubares Angebot. Inhaber Charles Henry Harrod wusste jedoch, wie er aus wenig viel macht. Schon 1880 hatte das Haus 100 Mitarbeiter. Der Brandschaden von 1886 bedeutete eine Zäsur, leitete aber Phase zwei der Erfolgsgeschichte ein. Spektakulär damals: die erste Rolltreppe Englands. Harrods stieg zum Hoflieferanten auf. Das Unternehmen war 2010 etwa 1,8 Milliarden Euro wert. Das geschichtsträchtige Luxus-Kaufhaus adelt die Brompton Road. Selbst des Nachts verbreitet die von 11.500 Lampen illuminierte Fassade Glamour-Effekte. Der wichtigste Job der hauseigenen Elektriker ist es, täglich alle defekten Glühbirnen auszuwechseln.

Shopping bitte nur bei gutem Benehmen

Hinter der historischen Jugendstil-Fassade herrscht der Grundsatz vor, dass hier jeder glücklich werden darf. Daher kommen neben den üblichen Verdächtigen mit dickem Bankkonto auch normale Kaufinteressenten zu Harrods. Der teuerste Londoner Shoppingtempel behandelt vom Prinzip her alle Menschen gleich. Erwartet werden jedoch angemessenes Verhalten und Aussehen. Wer dem Kleider-Standard nicht entspricht, wird abgewiesen. Harrods schuldet sich selbst als drittwichtigste Sehenswürdigkeit neben dem britischen Parlament und Big Ben die Einhaltung von unverrückbaren Prinzipien. Adel verpflichtet eben. Das Nobelkaufhaus gewährt Jugendlichen nur einzeln und durch vier Extra-Eingänge Einlass. Randale und Diebstahlsversuche sind unerwünscht. Stil ist nichts weniger als eine Erfordernis, um mitmischen zu können.

Delikatessen, wohin man blickt

Die im Erdgeschoss gelagerte Feinkostabteilung von Harrods genießt weltweit einen sagenhaften Ruf. Hier können Genießer alles erwerben, was kulinarisch verwertbar ist. Vom Deli-Insektenburger über Hummerpasteten bis zu edlen Wein-Raritäten reicht die Palette. Jeder der berühmten „Food Halls“ von Harrods hat eine individuelle Jugendstil-Ausstattung. Unverzichtbar ist für Briten der „Hamper“. Bei Harrods gibt es befüllte Luxus-Picknickkörbe verschiedenster Art: Der Christmas Hamper, der mit kulinarischen Eigenmarken befüllte Harrods-Hamper oder der Wine Hamper erfreuen sich als luxuriöses Präsent höchster Gunst. Die Krönung der befüllten Picknickkörbe sind „The Supreme“ zu 1.250 und „The Ultimate“ zu 5.000 britischen Pfund. Einen kleinen Picknick-Hamper zu 50 Pfund kann sich fast jeder leisten. Wenn es ums Picknicken geht, lassen Briten nicht mit sich spaßen. Stil ist auch bei Outdoor-Mahlzeiten unverzichtbar. Immerhin bedient Harrods den britischen Landadel. Auch wenn dieser zunehmend verarmt, hält er tapfer seinen gewohnten Lebensstil aufrecht.

Luxuriöse Souvenirs und Geschenke von Harrods

Touristen können luxuriöse Handtaschen mit Harrods-Logo oder den Harrods Christmas Bear als Souvenir mitnehmen. Eine Einkaufstasche mit unübersehbarem Harrods-Emblem adelt jeden, der sie trägt. Zu den teureren Souvenirs gehören Sammlertassen aus edlem Porzellan aus dem Royal Collection Trust. Was bei Harrods als Souvenir angeboten wird, strahlt als Minimum Wertigkeit, britische Gediegenheit und Glamour aus. Harrods ist DER Ort in London, wo jemand luxuriöse und repräsentative Geschenke ordern kann. Auf der Webseite des Luxuskaufhauses kann jeder Interessent selektieren, ob er in ein Geschenk bis 100 oder über 2.000 britische Pfund investieren möchte. Zu den richtig teuren Gaben unter dem Christbaum gehören Brillantringe für 28.000 Pfund, ein Luxus-Kaffeebereiter zu 4.800 Pfund oder eine echte Kroko-Handtasche von Ethan K für 13.000 Pfund. Ein 35 Jahre alter Dalmore Single Malt kostet 4.680 Pfund. Wer eine Luxus-Uhr zu 65.000 Pfund unter dem Christbaum vorfindet, wurde fürstlich beschenkt.