Angesichts unzähliger Kaufhäuser kann man heute kaum nachvollziehen, was für ein Gefühl es war, als ein Shoppingtempel wie Selfridge’s in London eröffnete. Das Luxus-Kaufhaus hat alle Stürme und Gezeiten der Geschichte bis heute überlebt. Selfridge’s wurde mit einer Hommage an „Mister Selfridge“ sogar filmisch ein Denkmal gesetzt. Doch der wahre Otto ist es, einmal bei Selfridge’s shoppen zu gehen. Wer das nicht kann, begnügt sich mit dem Onlineshop, ohne den auch dieses Traditionshaus nicht auskommt.

Selfridge’s: Kaufrausch vom Feinsten

Schon immer war es Firmengründer Harry Gordon Selfridge ein Anliegen, schöne Dinge zu den Menschen zu bringen und sie mit neuartigen Genüssen zu überraschen. Der angepeilte Kundenkreis waren nicht nur die Reichen und Schönen, sondern auch Otto Normalverbraucher. Jeder durfte kommen und staunen. Vielleicht ging damit bei Gordon Selfridge die Absicht einher, dass die weniger begüterte Bevölkerung sich aus dem Würgegriff der Armut befreien würde, um sich ebenfalls solche Preziosen leisten zu können.

Als Selfridge 1909 sein erstes Kaufhaus in der Londoner Oxfort Street eröffnete, etablierte er einen Standard. Auch wenn dieser modernen Trends angepasst wurde und verschiedene Geschäftsführern zeitgemäße Neuerungen einführten, blieb Selfridge’s sich selbst treu. Dem einstigen Grundgedanken folgend, setzt man bei Selfridge’s keine übervollen Regale und Warentische in Szene, sondern folgt bei der Präsentation von Waren der Maxime „weniger ist mehr“.

Das Londoner Luxuskaufhaus mit Flair

Mit seiner Präsentationsstrategie setzt sich Selfridge’s von Konkurrent Harrods ab. Jeder der alljährlich 17 Millionen Kunden darf sich im mondänen Ambiente wohlfühlen wie ein König. Auf 50.000 Quadratmetern werden Luxuslabels, kulinarische Delikatessen und edle Kosmetika, aber auch moderne Elektronik und Schuhe präsentiert. Allein die Schuhe nehmen bei Selfridge’s 10.000 Quadratmeter Fläche ein. Selfridge’s gigantische Foodhall gilt bei London-Besuchern und Einheimischen als Sehenswürdigkeit. Modemacher wie Karl Lagerfeld präsentieren ihre Eigenmarken schon mal bei Selfridge’s.

Bis heute wird bei Selfridge’s jedes einzelne Accessoire so präsentiert, dass ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums gewiss ist. Der World’s Best Department Store Campaign Award ging folglich 2017 an Selfridge’s – und zwar für die „Everybody“-Campaign, mit der eine neue Wellness-Bekleidungslinie beworben wurde. Bei Selfridge’s weiß man bis heute, wie spektakuläre Effekte erzielt werden. Harry Gordon Selfridge war diesbezüglich ein nimmermüder Trendsetter.

Auch im London der Neuzeit kommt eine spektakulär in Szene gesetzte Waren-Präsentation immer gut an. Limitierte Editionen luxuriöser Yogamatten sind nur ein Beispiel dafür, wie jeder Kunde mit dem Gefühl nach Hause geht, etwas Einzigartiges und Besonderes erworben zu haben.